… die Geduld wird auf eine harte Probe gestellt ….

… sich in Geduld üben ….

Wer kennt diesen Spruch nicht?

Geduld – was ist das? Dinge ertragen zu können über einen längeren Zeitraum.

Abwarten zu können… eine Fähigkeit, die nicht unbedingt zu den Stärken vieler meiner Patienten gehört. Viele wollen sofort Besserung haben (oft ohne dabei selbst etwas dafür zu tun oder zu verändern)

Und was ist mit mir?

Diese Woche zog ich die „Geduldkarte“ (aus dem Kartenset „Lektionen Deiner Seele“), als ich bei einer Kollegin war. Ich zeigte sie ihr wortlos und wir beide hoben die Augenbrauen und atmeten tief durch. Ich rollte dazu noch etwas genervt die Augen. (wollte damit andeuten: Wie lange denn noch ??)

Kurz davor hatte ich ihr gerade erzählt, wie lange ich mich nun schon mit diffusen Schmerzen auf meiner rechten Körperhälfte herumschlage.

Nicht Tage, nicht Wochen, nicht Monate, sondern Jahre….. Und was ich alles schon unternommen habe, um diese Schmerzen loszubekommen.

Und nun ziehe ich auch noch DIE GEDULDSKARTE!!!!

Die Wut (sie ist mir vertraut) kam hoch in mir, weil ich mich wirklich frage, was ich noch alles anstellen muss, damit dieser Schmerz mal ein Ende hat. Und wieviel Geduld ich denn noch brauche, als ob es nicht schon längst reichen würde. Ich hatte erst diese Woche wieder eine Schmerzattacke, die sich echt gewaschen hatte.

Und doch: Geduld werde ich noch brauchen. Ganz tief in mir ist es mir auch bewusst.

Und auch wenn die Schmerzen wahrlich nicht schön sind (und manchmal empfinde ich sie auch als wirklich ungerecht) - sie sind der Antrieb dafür mich weiterzuentwickeln, weiter nach dem wahren Grund dafür zu suchen.

Es gibt keine klinischen Befunde, die meine Beschwerden erklären würden.

Schmerzmittel habe ich bisher deswegen keine genommen. Die Schmerzen sind seit einigen Jahren mein ständiger Begleiter …Wie heißt es so schön? Die Seele kann sich nur über körperliche Symptome Ausdruck verleihen.

Kann das sein? Ist das Spinnerei?

Die Schmerzen haben mich gezwungen mich mit mir auseinanderzusetzen - quasi Innenschau zu halten.

Nicht nur im „Außen“ zu leben – z.B. als Therapeut immer für alle da zu sein und ständig über die eigenen Kräfte zu gehen (Stichwort: Helfersyndrom).

Ohne meine Schmerzen wäre ich nicht gezwungen worden darüber nachzudenken, was meine wahren Sehnsüchte und Bedürfnisse sind.

Und wie sehr musste ich danach graben und ich bin noch nicht fertig.

Auch zu erkennen, wie ich im Laufe meines Lebens an vielen Stellen eine Rolle gespielt habe, ohne es zu merken. Auch nicht aus bösem Willen, im Gegenteil – immer mit dem Ziel andere aufzumuntern, sie glücklich zu machen, ihnen Kraft zu geben. Um meine Kraft dabei nach und nach zu verlieren.

Ich habe mich mehr um die Erfüllung der Bedürfnisse anderer gekümmert und habe darüber vergessen, welche ich habe.

Ich gebe die Hoffnung nicht auf. Ich bleibe geduldig dran zu lernen in mich zu hören und meine Bedürfnisse zu erfühlen.

Viele harte Schalen um mich herum habe ich mit Hilfe meines Arztes Karsten Wurm, dem Begründer der KAIROS-Methode, schon abgeschält. Dafür bin ich sehr dankbar. Der Weg hierher war keinesfalls leicht. Doch er ist richtig für mich. Ohne den Schmerz hätte sich weiter nur die Spitze des Eisberges gezeigt.

Nach und nach komme ich an die Wurzeln …

Warum ich das hier alles schreibe und öffentlich mache?

Ich möchte Mut machen.

Viele Menschen haben Schmerzen. Viele Menschen haben chronische Schmerzen.

Die Schulmedizin schaut oft nur genau dahin wo es weh tut. Und oft findet sich (anders als bei mir) auch ein Befund, der den Schmerz „erklärt“. Es wird operiert, es werden Medikamente verordnet…. Oft ohne Erfolg. Der Schmerz bleibt.

Irgendwann allgemeine Hilflosigkeit – der Patient bekommt gesagt: Damit müssen Sie leben.

Oder auch: Schauen Sie mal wie alt Sie sind… oder, oder, oder…

Unbefriedigend oder?

Der Schmerz will, dass Du Dich mit Dir beschäftigst.

Auch wenn ich immer noch ab und an Wut wegen meines Schmerzes habe – so weiß ich doch auch, dass ich ihn als meinen Freund und Helfer habe

In der Schulmedizin würde ich wahrscheinlich als schwieriger Patient gelten. Ich weiß wie das System tickt (habe selbst 30 Jahre in einer Akutklinik gearbeitet) - deshalb ging ich andere Wege.

Durch diese anderen Wege weiß ich auch, dass solche chronischen Schmerzzustände nicht zwangsläufig sind. Sie haben eine Geschichte.

Wenn Menschen befähigt würden wirklich zu allererst die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und dann noch den Mut haben, danach zu leben, dann gäbe es vermutlich deutlich weniger chronische Schmerzpatienten. Wenn Kinder nicht dauern ihre Gefühle und Emotionen unterdrücken und besonders ihre Wut, hinter der sich u.a. oft Angst versteckt, hinunterschlucken müssten, dann glaube ich, wäre das der eigenen Gesundheit dienlich. Dann brauchte es vermutlich nicht so viel Geduld wie jetzt bei mir.

Ich selbst hatte vorige Woche als Therapeutin dazu einen eindrücklichen Fall, der mich wirklich genau zu dieser Überzeugung kommen lässt.

Eine Frau Mitte 30, mir weitläufig als sehr gesund und sportlich lebend bekannt, war in Not.

Akute Herzschmerzen, Luftnot, seit über einer Woche keine Nacht richtig schlafen können, da der Schmerz und die Luftnot sie kaum liegen lies. Krankgeschrieben, nach kurzer telefonischer Anamnese keine Befunde (Röntgen Lunge ohne Befund, Kardiologe – welch Wunder, sie hatte zeitnah einen Termin bekommen - meinte ebenfalls alles wäre in Ordnung), die diesen absolut akuten Zustand, den sie so auch noch nie zuvor hatte, erklärten. Manuelle Untersuchung oder Verordnung von Physio – Fehlanzeige. Verordnet Schmerzmittel und Muskelrelaxanz, Hinweis des Arztes, es würde wohl noch zwei drei Wochen dauern, arbeiten gehen würde sie auch wieder diese Woche (Anruf war Montag).

Ob ich etwas machen könnte. Ja meinte ich – Termin einen Tag später vereinbart.

Im Befund u.a. auffällig 4 Wochen zuvor einen Infekt, der wohl aber gut abgeklungen war und vor Beginn der akuten Schmerzen bei Renovierungsarbeiten zu Hause Überkopfarbeiten mit Akkuschrauber …

Hm…. Ideen hatte ich, aber ich stieg so ein, wie ich es bei der Kairos- Ausbildung gelernt hatte- offen für das Ergebnis.

Letztlich kamen wir bei psychosozialer Hauptursache für die aktuellen Beschwerden incl. einer körperlichen Teilursache heraus. Die Leistungsfähigkeit war körperlich bei 40%. (arbeitsfähig sieht anders aus)

Die Behandlung an sich war absolut außergewöhnlich für die Patientin, teils sehr emotional – ich nahm mir über eine Stunde Zeit und so kamen wir doch zu des Pudels Kern.

Sie bekam das Angebot für einen weiteren Akuttermin zwei Tage später und kleine Hausaufgaben speziell auch zur Zwerchfellmobilisation.

Mein Angebot nutzte sie und stellte sich zwei Tage später schon fast strahlend bei mir vor.

Ihr Schmerz war deutlich geringer und die Leistungsfähigkeit schon bei 55%. Sie konnte wahrlich aufatmen.

Was war passiert? Sie erzählte mir, sie hatte Angst vor einem Gespräch mit ihrem Partner gehabt, welches sie noch am Tag der 1. Behandlung geführt hatte. Das hatte ihr den Stein vom Herzen genommen.

Die Übungen hatte sie auch gemacht – ich teste u.a. die blockierten Emotionen vom 1. Termin nach und es waren nur noch 2 – u.a. die WUT – übrig.

Auch da testen wir uns durch – 80% Wutfaktor war im Bereich Arbeit – 20% noch bei Gesundheit.

(als Sportlerin hatte ihr Körper ihr jetzt einmal die Grenzen aufgezeigt) - wir besprachen noch da eine Strategie. Die körperlichen Befunde vom 1. Termin waren fast komplett (ohne eine Intervention meinerseits) verschwunden. Den „Rest“ erledigten wir noch.

Weiterer Termin vorerst nicht erforderlich.

Einfach nur GENIAL !!! oder?

Und nun denkt mal drüber nach was mit dieser Patientin geworden wäre, wenn sie mich nicht gefragt hätte…..

Geduld bei vielen Menschen mit chronischen Schmerzen absolute Voraussetzung etwas zu verändern.

Besser wäre es, die Menschen würden befähigt, besser auf sich aufzupassen.

Lernen kann man es in jedem Alter.

Hilfe dazu ist jedoch genau wie bei mir auf jeden Fall sehr hilfreich.

Ob nun direkt bei einem Therapeuten oder in einem Seminar- mit der Kairos- Methode ist vieles möglich – ich habe es selbst erfahren – auch wenn ich selbst noch nicht „fertig“ bin.

Suche Dir einen Therapeuten unter www.kairos-methode.com

oder nehme an einem offenen Seminar teil www.kairos-potentialantfaltung.com

Es macht Sinn endlich Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen!

Wenn ich Dich dabei unterstützen kann dann melde Dich gerne bei mir

Herzlich Bärbel Espig

Kairos- Therapeutin

www.physiotherapie-espig.de

Tel. 0171 – 74 82 649

 

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