.....man spricht von natürlicher Geburt .... aber gibt es auch den natürlichen Tod ? Frage ich mich immer öfter...
Lesen Sie meine Gedanken dazu
 
„Wenn man sieht, was die Medizin heute fertig bringt, fragt man sich unwillkürlich, wie vieleEtagen hat der Tod.“
Jean Paul Sartre ( um 1950 )
 
... in diesen Tagen gibt es viele Diskussionen um die Anzahl der vorhandenen Intensivbetten inDeutschland....
um die Anzahl der Beatmungsgeräte ... die nicht reichen könnten....
Geht es hier nicht auch um viel tiefgreifendere Fragen ? Greift die moderne Medizin nicht sowieso schon viel zu oft ein und macht der Natur einen Strich durch die Rechnung ?
 
Sie finden diese Frage absurd oder gar grausam ?
 
Als ich 1988 in der DDR als fertige Physiotherapeutin in der Klinik begann zu arbeiten, gab es auch schon eine Intensivstation, beatmete Patienten waren damals selten.
Wenn ich an die Ausstattung der heutigen Kliniken denke liegen da Welten dazwischen.
Ebenso ist in diesen 30 Jahren die Lebenserwartung enorm gestiegen. Auch dank der modernen Medizin.
Nur ist die Frage, ob es den Menschen damit auch wirklich bis zum Ende besser geht als vor 30 Jahren.
 
 
Was sind 21 % sonstige Todesursachen ??? Kann man heute einfach so sterben ? Oder stirbt man immer an.....???
 
Michael Sommer ,Osteopath, Heilpraktiker und KAIROS- Trainer sagte :
Die Menschen leben nicht länger, sie sterben länger.
 
Nur 20 % der Menschen in Deutschland können in ihren eigenen 4 Wänden sterben.
Viele erleben oft noch eine wahre Odyssee, ehe sie gehen dürfen...
Haben wir Angst vor dem Tod ? Blenden wir ihn aus ? Überlassen wir den anderen, sich um unsere Liebsten am Ende ihres Weges zu kümmern ?
Versuchen wir uns ans Leben zu klammern und erwarten von der modernen Medizin immer mehr ( Wunder ) ?
Eine Geschichte dazu : Am 6.4.1983 hatte meine Mutter Geburtstag. In unserem Kreis feierte meine
92 jährige Uroma, die bereits seit 7 Jahren mit in unserer Wohnung lebte. Meine Uroma Klara hatte
2 Weltkriege überlebt, immer bescheiden gelebt, war bis zum Schluß hellwach, klöppelte auch mit
92 noch mehrere Stunden am Tag, wenn sie nicht gerade las ( bewegen war nicht ihre Stärke ),
Tabletten nahm sie keine einzige und beklagte sich nur ab und an, daß „Er“ ( sie als Gläubige
meinte wohl den lieben Gott ) sie wohl vergessen hätte, denn eigentlich wollte sie sterben.
Ich konnte das damals natürlich nicht verstehen, daß man sterben wollte.
 
Am 7.4.1983 verweigerte meine Uroma sich ab sofort und gab meiner Mutter zu verstehen, daß sie
sich nun schwach fühle und nicht mehr aus dem Bett käme.
Auch essen und trinken lehnte meine Uroma ab diesem Tag kategorisch ab.
Sie wollte nicht mehr ...
Meine Mutter zog eine Ärztin hinzu. Diese verabreichte eine stärkende Spritze , die meine Uroma
wohl sehr unruhig werden ließ. Eine weitere Spritze dieser Art lehnte meine Mutter dann kategorisch ab.
Nur etwas gefrorene Sahne , die langsam auf der Zunge zerschmolz, ließ Klara ab und an zu.
Die wenigen Worte meiner Uroma an meine Mutter zu dieser Zeit waren:
„Wie lange dauert es denn noch ?“ 
Es dauerte 3 Wochen , dann war meine Uroma erlöst. Eine mutige Frau !
Und meine mutigen Eltern, welche meiner Uroma ein langes Leiden ersparen konnten.
 
Was ich damit sagen möchte... Unser aller Leben endet mit dem Tod.
Ich glaube, wenn man ein erfülltes Leben gelebt hat, dann verliert der Tod seinen Schrecken.
In unserer Gesellschaft ist es an der Zeit,daß sich jeder von uns mit dem Sterben, dem Tod mehr auseinandersetzt.
Auch hier ist Eigenverantwortung gefragt.
 
Aber davor steht DAS LEBEN ! Ein möglichst SINN - erfülltes Leben.
Ich glaube meine Uroma Klara hatte eines.
 
 
Geburt und Tod sind nicht zweierlei Zustände, sie sind zwei Aspekte desselben Zustands.
Mahatma Gandhi
 

2 Kommentare

  1. Wie berührend! Das ist sehr schön geschrieben.

  2. Liebe Bärbel, das hast du sehr schön geschrieben 😀

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.